Der 1845 geborene deutsche Physiker Wilhelm Conrad Röntgen entdeckte 1895, dass elektromagnetische Strahlen mit einer bestimmten Wellenlänge den Körper durchdringen und teilweise von ihm absorbiert werden. Durch die nach ihm benannten Röntgenstrahlen lassen sich Organe im Körperinneren auf ähnliche Art und Weise abbilden wie Gegenstände durch einen Fotoapparat.
Worin besteht der Unterschied zwischen konventionellem und digitalem Röntgen?
Beim konventionellen Röntgen wird eine Röntgenaufnahme auf Film belichtet - eine Methode, die im DiagnoseZentrumUrania nicht mehr zur Anwendung gelangt.
Bei der moderneren Form, dem digitalen Röntgen, wird das Bild in digitale Signale umgewandelt und mittels Computer weiterbearbeitet. Die Strahlenbelastung lässt sich durch dieses Verfahren erheblich reduzieren - um etwa ein Drittel bzw. bis um die Hälfte.
Bei dieser Untersuchung wird der Patient mit Röntgenstrahlen so „durchleuchtet“, dass der Facharzt für Radiologie die sich bewegenden Organe auf dem Bildschirm sehen und beurteilen kann. Das Verfahren gelangt jedoch immer seltener zum Einsatz. Im DiagnoseZentrumUrania erfolgt beispielsweise die Untersuchung des Dickdarms häufig mithilfe der Computertomographie (CT), und zwar in Form der sogenannten „virtuellen Colonoskopie". Auch die Durchleuchtung der Lunge wird bei Bedarf durch die CT ersetzt. Bei der Abklärung bestimmter Beschwerden an Magen und Speiseröhre sowie in der Venendiagnostik spielt die Durchleuchtung jedoch nach wie vor eine wichtige Rolle.
Die Schädlichkeit der Röntgenstrahlen hängt von der verwendeten Menge (Dosis) ab. Durch den in den letzten 100 Jahren erzielten technischen Fortschritt konnte diese kontinuierlich gesenkt werden, so dass sie sich heute in Bereichen bewegt, die als nahezu ungefährlich gelten. Selbstverständlich gelangen Röntgenstrahlen so sparsam wie möglich zum Einsatz. Während der Schwangerschaft sind sie aber gänzlich zu vermeiden - Verfahren wie Ultraschall und Magnetresonanztomographie (MRT) finden hier den Vorzug. Jede Untersuchungsmethode verfügt über ganz spezifische Stärken und Vorteile. Der Arzt greift im Bedarfsfall auf die ungefährlichste und aussagekräftigste Vorgehensweise zurück - oftmals handelt es sich dabei noch immer um das (digitale) Röntgenverfahren.
Warum kommt der Mammographie eine derart große Bedeutung zu?
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. 8-10% aller Frauen sind einmal in ihrem Leben davon betroffen. Die Erkrankung lässt sich allerdings sehr gut behandeln - vorausgesetzt, sie wird im Frühstadium erkannt. Durch regelmäßige Früherkennungsmaßnahmen erhöhen sich die Heilungschancen. Die Mammographie gilt als die wichtigste Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs.
Genügt nicht auch ein regelmäßiges Abtasten der Brust?
Das Abtasten der Brust ist von großer Bedeutung und wird vom behandelnden Arzt, meist dem Gynäkologen, oder auch von der betreffenden Frau selbst durchgeführt. Man kann mit dieser Methode allerdings erst größere Tumore erkennen. Die meisten Tumore sind zu diesem Zeitpunkt schon viele Jahre gewachsen. Die Mammographie hingegen identifiziert bereits kleine Knoten, und zwar in einem Stadium, in dem sie noch längst nicht tastbar sind.
Kann man zwischen gutartigen und bösartigen Veränderungen unterscheiden?
Oft trifft diese Aussage zu - aber leider nicht immer. Der häufigste gutartige Knoten der Brust ist eine Zyste (flüssiger Inhalt). Knoten, die aus Gewebe bestehen, lassen sich gut in der Mammographie erkennen. Manche enthalten winzige Kalkablagerungen (Mikrokalk), welche für bestimmte Krebsformen typisch sind. Auch durch die Form und die Struktur der Veränderungen lassen sich gutartige und bösartige Tumore unterscheiden. Alle Knoten, die nicht eindeutig gutartig sind, werden heute durch eine histologische Untersuchung (Gewebeprobe) weiter abgeklärt.
Aufgrund des technischen Fortschrittes hat sich die eingesetzte Strahlendosis in den letzten Jahren zusehends vermindert. Besonders die digitale Mammographie, die im DiagnoseZentrumUrania zur Anwendung gelangt, weist eine extrem geringe Strahlenbelastung auf. Generell gilt das Gleiche wie für alle Röntgenuntersuchungen: Ein nicht diagnostizierter bösartiger Prozess verursacht einen größeren Leidensweg als mögliche Nebenwirkungen durch die Untersuchung.
Die Patientin legt die Brust auf den Röntgenfilmtisch, wo sie so vorsichtig wie möglich zusammengedrückt wird. Die Frau teilt der radiologisch-technischen Assistentin mit, wann der Druck zu groß wird und mit dem Vorgang aufgehört werden soll. Die Kompression ist zwar notwendig, sie soll aber nicht schmerzhaft sein. Je stärker die Brustkomprimiert wird, desto besser gelingen die Aufnahmen und desto geringer ist die Strahlenbelastung. Man wählt bei der Untersuchung sinnvollerweise jenen Grad der Kompression, den die Patientin ohne nennenswerte Schmerzen ertragen kann.
Wenn der Arzt oder die Patientin selbst einen Knoten oder eine Verhärtung in der Brust oder in der Achselhöhle tastet.
Wenn in der Familie eine Vorbelastung besteht, d.h. eine oder mehrere Personen bereits an Brustkrebs erkrankten, bespricht man mit dem Arzt, wann und wie häufig eine Mammographie durchgeführt werden soll.
Als Vorsorgeuntersuchung:
Frauen sollten sich ab Anfang/Mitte 30 einer Basismammographie unterziehen. Kontrolluntersuchungen sollten zunächst alle eineinhalb bis zwei Jahre erfolgen. Ihr behandelnder Arzt entscheidet dann, ob die Intervalle zwischen den Kontrollen verkürzt werden oder unverändert bleiben. Nur regelmäßige Kontrolle hilft, Brustkrebs im Frühstadium zu erkennen.
Bei jeder Untersuchung sind ALLE vorhandenen Bilder und Befunde mitzubringen, denn winzige Veränderungen lassen sich unter Umständen nur durch einen Vergleich mit früheren Aufnahmen feststellen. Deshalb erweist sich im Alter von 35 Jahren eine Basismammographie als zielführend.
Was ist eine MRT-Untersuchung der Brust, und wann wird sie durchgeführt?
Bei der Magnetresonanztomographie wird die Brust mithilfe spezieller Kontrastmittel untersucht. Diese sammeln sich in bösartigen Tumoren stärker an als im normalen Brustgewebe. Die Untersuchung wird nur durchgeführt, wenn man durch Mammographie und Ultraschall zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen ist.
Die digitale Mammographie läuft ähnlich wie die Röntgenmammographie ab. Die Aufnahmen werden aber nicht auf einem Film belichtet, sondern auf einer sogenannten Detektorplatte in speicherfähige Daten umgewandelt. Die Diagnose erfolgt unmittelbar nach der Aufnahme und direkt am Bildschirm. Bildausschnitte lassen sich gezielt vergrößern und bearbeiten.
Was unterscheidet die digitale von der analogen Mammographie?
Verdächtige Herde und Verkalkungen sind durch das digitale Verfahren leichter zu erkennen - gleichzeitig kann die benötigte Strahlendosis deutlich abgesenkt werden.
Ist eine bessere Auswertung bei weniger Strahlenbelastung möglich?
Gerade bei Frauen mit größeren Brüsten waren bisher mehrere Teilaufnahmen notwendig. Aufgrund der großen Detektorplatte genügen bei der Microdosis-Mammographie die klassischen Aufnahmen "von oben" und "schräg von der Seite". Durch die ausgezeichnete Qualität der digitalen Bilder verringert sich im Regelfall die Anzahl der Aufnahmen und damit die Strahlenbelastung.
Warum ist die Lokalisierung von kleinen Verkalkungen im Brustgewebe mithilfe der Mammographie so wichtig?
Bereits unter 0,1 mm große Verkalkungen können ein erstes Anzeichen für Brustkrebs darstellen. Die Diagnosestellung eines Tumors, der lediglich mikroskopisch kleine Ausdehnung besitzt, ist nur bei dieser Krebsart und mit keiner anderen Untersuchungsmethode als der Mammographie möglich.
"Was versteht man unter dem Begriff "Osteoporose"?
Wörtlich übersetzt bedeutet Osteoporose "poröser Knochen".
Laut Definition der WHO handelt es sich bei der Osteoporose (im Volksmund auch "Knochenschwund" genannt) um eine Skeletterkrankung, die durch eine niedrige Knochenmasse und durch eine Störung der Mikroarchitektur des Knochengewebes mit daraus resultierender Knochenbrüchigkeit und steigendem Fraktur-Risiko charakterisiert ist. Typische Bruchstellen sind die Wirbelsäule, die Hüfte oder das Handgelenk.
Wenngleich es keine exakten Zahlen für die Gesamtheit der an Osteoporose Erkrankten gibt, gehen aktuelle Schätzungen davon aus, dass in Österreich etwa 700.000 Menschen an „Knochenschwund“ leiden – der Anteil der Frauen liegt bei 80%.
Die Knochendichtemessung wird zur Abklärung von Osteoporose (Knochenschwund) durchgeführt. Ziel ist es, die Erkrankung sicher zu erkennen, da bei ihrem Vorliegen die Tendenz zur Erleidung von Knochenbrüchen steigt. Durch frühzeitige Vorbeugung und Behandlung der Erkrankung lässt sich das Risiko deutlich verringern.
Die Quantifizierung des Knochenkalkmineralgehalts (auch Knochendichtemessung genannt) stellt die Grundlage jeder Osteoporosediagnostik dar und wird im DiagnoseZentrumUrania mittels Zwei-Spektren-Röntgenabsorptiometrie (= DEXA, Dual-Energy X-Ray-Absorptiometrie) durchgeführt.
Diese Untersuchungsmethode kommt vor allem im Bereich der Lendenwirbelsäule und des Oberschenkelhalses zum Einsatz. Sie ist durch eine hohe Präzision gekennzeichnet, bedarf lediglich geringer Dosen ionisierender Strahlen, gilt als Goldstandard (Methode der ersten Wahl) und ermöglicht die Berechnung des Knochenmineralgehalts im Untersuchungsbereich.
Die menschlichen Knochen befinden sich - wie alles lebende Gewebe - in einem kontinuierlichen Umbauprozess, d.h. der Knochen wird fortwährend erneuert. Die Geschlechtshormone (Östrogen, Testosteron) steuern neben anderen Funktionen auch diesen Vorgang. Etwa im 20-25. Lebensjahr ist die maximale Knochenmasse erreicht, danach nimmt sie wieder ab. Der im Alter veränderte Hormonhaushalt führt zu einer verstärkten Abbauaktivität, so dass permanent Knochenmasse verloren geht und sich die tragende Struktur im Knochen verringert. In der Folge steigt das Knochenbruchrisiko.
Besonders ab dem Klimakterium – ca. zwischen dem 50. und 55. Lebensjahr - beginnt von Natur aus ein rascher Knochenmasseverlust. Durch den Abfall des weiblichen Sexualhormons, des Östrogens, aber auch des Gestagens, kommt es bei sehr vielen Frauen zu einer Beschleunigung des Knochenabbaus mit mehr als 3,5 bis 8% Knochenmasseverlust pro Jahr, so dass Osteoporose hauptsächlich (zu ca. 95%) bei Frauen ab der letzten spontanen Gebärmutterblutung, also im sog. Wechsel, auftritt.
Zu erwähnen bleibt außerdem, dass Osteoporose selbst in jüngeren Jahren als Folgeerscheinung anderer Grunderkrankungen bei Männern und Frauen zu finden ist (sekundäre Osteoporose).
Eine Knochendichtemessung erscheint bei folgenden Personen angezeigt:
Erwachsene, bei denen mindestens drei der unten angeführten
Risikofaktoren vorliegen
Frauen ab dem 60. Lebensjahr, bei denen ein zusätzlicher Risikofaktor besteht
Frauen ab dem 65. Lebensjahr und Männer ab dem 70. Lebensjahr ohne zusätzliche Risikofaktoren
Erwachsene mit Fraktur nach Minimaltrauma
Erwachsene, bei denen der Verdacht auf niedrige Knochendichte oder raschen Kalzium-Verlust besteht (Malabsorptionssyndrom)
Erwachsene, die Medikamente einnehmen, welche den Kalzium-Abbau beschleunigen (z.B. Cortison)
Ab welchem Alter empfiehlt sich eine Knochendichtemessung?
Da der Mensch im Allgemeinen um das 20. - 25. Lebensjahr über die beste Knochenqualität verfügt, erscheint es ratsam, ca. ab dem 35. Lebensjahr eine erste vorsorgliche Knochendichtemessung durchzuführen.
Regelmäßige Kontrollen sind ab dem Alter von 50 Jahren angezeigt, um Knochenbrüche rechtzeitig zu verhindern bzw. entsprechend dem Bruchrisiko eine medikamentöse Therapie zur Risikominimierung einzuleiten.
Wie sehen die klinischen Merkmale der Osteoporose aus?
Typisch sind Brüche der Wirbelkörper, des Oberschenkelhalses sowie des Handgelenkes.
Osteoporotische Knochenbrüche (Frakturen) treten häufig spontan während des Stehens, Laufens oder Sitzens auf – ja, sogar im Schlaf. Selbst einfache Bewegungen, z.B. wenn Sie die Einkaufstasche heben oder Ihr Enkelkind in die Arme nehmen, können bereits eine Fraktur verursachen. Mit jeder Fraktur erhöht sich das Risiko, eine weitere zu erleiden.
Osteoporose und Wirbelkörperbrüche führen unter Umständen zu einer Verformung der Wirbelsäule (= „Witwenbuckel“), welche die Atemfunktion einschränkt sowie schmerzhafte und problematische Verlagerungen der inneren Organe bewirken kann.
Hilfe zur Selbsthilfe Neben den körperlichen Beschwerden verursacht Osteoporose häufig auch seelische Probleme wie Verunsicherung, Stress oder Angst, die wiederum einen Verlust des Selbstwertgefühls oder Depressionen auslösen können. Der Erfahrungsaustausch mit anderen Osteoporose-PatientInnen unterstützt Sie beim Umgang mit der Krankheit und trägt wesentlich zur Steigerung Ihrer Lebensqualität bei.
Die österreichische Osteoporose-Selbsthilfe liefert umfassende Informationen zu den medizinischen und psychischen Auswirkungen der Erkrankung und steht für Fragen zur Vorbeugung, Betreuung und Pflege von Betroffenen zur Verfügung.
Ultraschallwellen sind jene Schallwellen, die wir nicht hören können. Sie weisen ein etwas anderes physikalisches Verhalten auf als die Schallwellen, die wir vernehmen. Schickt man sie durch den Körper, gehen sie nicht einfach hindurch, sondern werden in bestimmten Geweben reflektiert, also zurückgewiesen. Die Art, wie das geschieht, verwendet man zur Darstellung von Organen.
Da es sich um Schallwellen handelt, ist die Untersuchung frei von möglichen Belastungen. Das Verfahren kann daher bedenkenlos selbst während der Schwangerschaft zum Einsatz gelangen - gerade dafür wurde es entwickelt.
Welche Strukturen lassen sich am besten auf diese Weise untersuchen?
Besonders gut können Gefäße und Weichteilstrukturen gesehen werden, aber auch die direkt unter der Haut gelegenen, also die oberflächlichen Strukturen, z.B. die Schilddrüse, die weibliche Brustdrüse, die Lymphknoten und die Hoden. Auch die Organe des Bauchraumes lassen sich ausgezeichnet darstellen: Leber, Gallenblase, Milz, Bauchspeicheldrüse (Pankreas), Nieren, Gebärmutter (Uterus), Eierstöcke (Ovarien), Harnblase und Vorsteherdrüse des Mannes (Prostata).
Luft und Kalk bleiben im Ultraschall unsichtbar. Alle Knochen, die Lunge und jene Teile des Bauchraumes, die Darmgase enthalten (Magen-Darm-Trakt), können daher nicht oder nur eingeschränkt zur Darstellung gebracht werden.
Dabei handelt es sich um ein Kombinationsverfahren aus der herkömmlichen Sonographie zur Darstellung der Gefäße und dem sogenannten Doppler-Schall, mit dem sich die Flussgeschwindigkeit in den Gefäßen messen lässt. Den Doppler-Effekt des Schalles hat der österreichische Mathematiker und Physiker Christian Andreas Doppler entdeckt (geb. 1803 in Salzburg).
Zuerst wird der Patient, je nach darzustellender Region, entsprechend gelagert. Der Arzt bringt ein Gel auf den Schallkopf auf. Dieses dient der besseren „Ankoppelung“ des Schallkopfes. Ohne dieses Gel bliebe zwischen Schallkopf und Haut ein schmaler Luftstreifen bestehen, an dem sich die Ultraschallwellen reflektieren. Die Region dahinter, also die zu untersuchenden Organe, könnte so nicht zur Ansicht gebracht werden. Bei der Untersuchung des Bauchraumes haben die Patienten nüchtern zu bleiben, denn nur in diesem Zustand sind verhältnismäßig wenig Darmgase vorhanden – diese stellen nämlich einen erheblichen Störfaktor dar. Der Arzt führt den Schallkopf in unterschiedlichen Richtungen und Winkeln über die Haut des Patienten, wodurch die Organe und das Gewebe aus verschiedenen Perspektiven zu sehen und zu beurteilen sind. Die Aufnahmen erfolgen nach Möglichkeit in sogenannten Standard-Richtungen, damit sich auch Ärzte, welche die Bilder nicht selbst angefertigt haben, gut orientieren können. Nach Abschluss der Untersuchung wird das Gel entfernt.
Seit wann gibt es die Computertomographie, und welche Besonderheiten weist dieses Verfahren auf?
In den 60er Jahren nahm EMI (Electric and Musical Industries in England) die Beatles unter Vertrag und erzielte mit dem Erfolg der Gruppe beträchtliche Gewinne. In der Firma arbeitete auch ein besonders begabter Techniker mit dem Namen Hounsfield, der eines Tages einen ungewöhnlichen Auftrag bekam: Er sollte in irgendeinem Forschungsbereich irgendetwas Neues erfinden – ohne konkrete Vorgaben. So begann er nach neuartigen Methoden zu suchen, das Körperinnere darzustellen. Seine Idee war es, Röntgenstrahlen auf vielen Achsen durch den Körper zu schicken, die Ergebnisse per Computer auszuwerten und so überlagerungsfreie Schichtaufnahmen zu gestalten. 1968 gelang es ihm auf diese Weise erstmals, das Gehirn eines Schweines darzustellen. Neun Tage lang „scannte“ die Maschine, zwei Stunden rechnete der Computer an den 28.000 Messungen. Die erste Untersuchung an einem Menschen fand 1971 statt. Hounsfield erhielt 1979 für diese Entdeckung den Nobelpreis für Medizin. Heute gibt es keine EMI-CT-Geräte mehr auf dem Markt - die jahrelange Forschungsarbeit erwies sich offensichtlich als allzu teures Unterfangen.
Als Besonderheit der Computertomographie betrachtet man die Tatsache, dass sich die Strukturen der verschiedenen Organe überlagerungsfreiabbilden lassen. So ist beispielsweise das Gehirn vollständig von Knochen umgeben und konnte erst mithilfe des neuen Verfahrens dargestellt werden. Auch alle anderen inneren Organe können mittels dieser Methode besser und genauer als im Röntgen beurteilt werden.
Warum ist vor der Untersuchung eine Kontrastmittelgabe nötig?
Kontrastmittel (KM) weisen eine andere Dichte als Körpergewebe auf und erzeugen daher, wie schon der Name sagt, besseren Kontrast. Werden sie injiziert, reichern sie sich in den stärker durchbluteten Organen an. Leber, Milz, Gehirn etc. kommen dadurch besser zur Darstellung. Die meisten Tumore und Entzündungen sind ebenfalls stärker durchblutet und heben sich daher deutlich von der Umgebung ab. Manche Tumore weisen sogar ein so typisches Durchblutungsbild auf, dass sie allein durch die Verabreichung von Kontrastmitteln diagnostiziert werden können. Außerdem lassen sich durch Kontrastmittelgabe in bestimmten Fällen selbst gut- und bösartige Tumore voneinander unterscheiden.
Auch Gelenke und andere Körperhöhlen können durch das Injizieren von KM ausgezeichnet dargestellt werden. Da die KM-Ausscheidung über die Nieren erfolgt, gelangen Harnwege und Harnblase besonders gut zur Ansicht.
Kontrastmittel, die getrunken werden, lagern sich an den Wänden des Verdauungstraktes an, wodurch auch diese Organe sichtbar gemacht werden.
Auf welche Weise erfolgt die Ausscheidung der Kontrastmittel?
Das injizierte Kontrastmittel im Blut, in den Körperhöhlen, im Lymphgewebe oder in den Organen (Leber, Niere) wird innerhalb von 15 bis 30 Minuten fast vollständig über die Nieren ausgeschieden. Das getrunkene Kontrastmittel geht mit dem Körper keine Reaktion ein und wird auf natürlichem Wege über den Darm ausgeschieden. Es gibt auch sogenannte gallengängige Kontrastmittel, die über die Leber in die Gallenwege und von dort in den Darm gelangen.
Wann darf eine CT keinesfalls durchgeführt werden?
Eine CT ohne Kontrastmittel darf, mit Ausnahme während der Schwangerschaftsmonate, immer durchgeführt werden.
Eine Kontrastmittelinjektion darf nicht erfolgen:
Während der Schwangerschaft
In allen Fällen, wo sich aus der Vorgeschichte eine Kontrastmittelunverträglichkeit ablesen lässt
Beim Vorliegen bestimmter ernsthafter Erkrankungen, z.B. einzelne Formen der Schilddrüsenüberfunktion, besonders schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, schwere Nierenfunktionsstörungen und bei der Knochenmarkerkrankung "Plasmozytom/M. Kahler"
Eine CT ohne Kontrastmittel darf, mit Ausnahme während der Schwangerschaftsmonate, immer durchgeführt werden.
Wie hoch ist die Strahlenbelastung bei der CT-Untersuchung?
Die Strahlenbelastung fällt äußerst gering aus und liegt ähnlich hoch wie bei Röntgenaufnahme und Durchleuchtung. Grundsätzlich soll eine Untersuchung nicht aus Angst vor zu hoher Strahlung unterbleiben, denn eine falsche Diagnosestellung könnte Nachteile für den Patienten bringen. Selbst im täglichen Leben sind wir nämlich einer geringen Strahlenbelastung ausgesetzt, die uns keineswegs schadet. Das Gegenteil ist der Fall: Niedrige Strahlung wird zu Heilzwecken (z.B. in Bad Gastein) eingesetzt, und auch beim Fliegen bekommen wir eine gewisse Dosis ab. Ein Transatlantikflug entspricht ungefähr der Strahlenbelastung eines Lungenröntgens.
Die Geräte sind heutzutage wesentlich sicherer als früher gebaut, der technische Fortschritt verringert die Strahlendosen bei CT und digitalem Röntgen immer weiter.
Ich habe Platzangst. Ist die Computertomographie die Untersuchung mit dem engen Tunnel?
Nein, dabei handelt es sich um die Magnetresonanztomographie (MRT). Der Computertomograph verfügt zwar auch über einen Tunnel, aber der ist viel kürzer, lediglich ca. 50 cm. Der Körper liegt fast zur Gänze frei, so dass Platzangst bei diesem Verfahren im Grunde nicht auftritt.
Besteht ein Unterschied zwischen Magnetresonanztomographie und Kernspintomographie?
Nein, es handelt sich dabei um synonyme Begriffe. Das Verfahren selbst beruht auf einem sehr starken Magnetfeld, in dem sich die Kreiselbewegung im Atomkern verändert. Die erstgenannte Bezeichnung nimmt auf das Magnetfeld Bezug, die zweite auf die Abläufe im Atomkern.
Was versteht man unter Magnetresonanztomographie (MRT)?
MRT ist eines der modernsten "bildgebenden Verfahren". Die Voraussetzung dafür bildet ein sehr starkes Magnetfeld, in dem sich die Protonen im Atomkern des Wasserstoffatoms unter einem bestimmten Signal anders ausrichten und bei Wegfall dieses Signals in die ursprüngliche Bahn „zurückspringen“. Diese kleinsten Bewegungen im atomaren Bereich lassen sich messen und zur Bildgebung verwenden.
Mit diesem Begriff wird die Kraft des verwendeten Magneten bezeichnet. Je stärker dieser ist, umso rascher erhält man Bilder höchster Qualität. 1 Tesla macht etwa das 20.000-Fache der magnetischen Anziehungskraft der Erde aus. Solche Magnete sind schwierig in der Herstellung und funktionieren mit Strommengen, die zur Versorgung eines kleinen Kraftwerks geeignet wären. Der Magnet muss ständig mit dem flüssigen Edelgas Helium auf 4 Kelvin (-269° Celsius) gekühlt werden, was nahezu der niedrigsten Weltraumtemperatur entspricht.
Der Physiker Nikola Tesla, auf den der Name der magnetischen Feldstärke zurückgeht, wurde 1856 in Serbien geboren, studierte in Graz und lebte und wirkte bis 1943 in den USA.
Welche Stärke weisen Magnete für den medizinischen Bedarf auf?
Am häufigsten werden in der Medizin Geräte zwischen 1,0 und 3,0 Tesla verwendet. Stärkere Geräte (bis 7 Tesla) dienen ausschließlich für Forschungszwecke.
Mit keinem anderen Verfahren lassen sich Weichteile, besonders Gehirn, Rückenmark, Gefäße und Gelenksknorpel, so genau beurteilen wie mit der MRT. Sogar Veränderungen im Millimeterbereich sind mit ihrer Hilfe zu erkennen.
Insgesamt befinden sich ca. 16.000 Geräte im medizinischen Einsatz - aus der neuesten Generation mit 3,0 Tesla allerdings lediglich etwa 600 Stück auf der ganzen Welt. Eines davon steht bei uns im DiagnoseZentrumUrania. Österreich zählt sowohl in Hinblick auf die technische Ausstattung - neben den USA, Japan und der Schweiz – als auch in Bezug auf die Qualität des Gesundheitssystems zu den führenden Ländern.
Wirken Metalle als Störfaktoren bei der Durchführung einer Kernspintomographie?
Zahnfüllungen, Gelenkprothesen, Platten und Schrauben nach Knochenbrüchen können gegebenenfalls Bildstörungen verursachen, für den Patienten selbst besteht jedoch keine Gefahr. Sogar beim Vorhandensein künstlicher Herzklappen lässt sich die Untersuchung in der Regel bedenkenlos durchführen.
Welche Faktoren sprechen gegen die Durchführung einer Kernspintomographie?
Bei Patienten mit Herzschrittmachern ist die Anwendung dieses Verfahrens nicht ratsam. Metall- oder Granatsplitter sowie stark eisenhaltige Metallclips, wie sie früher z.B. bei Operationen an den Hirngefäßen zum Einsatz gelangten, könnten durchaus Gefahrenquellen darstellen. Zahnersatz, andere festsitzende Spangen oder künstliche Hüftgelenke gelten hingegen als unbedenklich. Bei Tätowierungen mit eisenhaltigen Farben ist Vorsicht geboten, denn sie neigen zum Erhitzen.
Das medizinische Personal sollte in jedem Fall VOR der Untersuchung über im Körper vorhandene Metallteile in Kenntnis gesetzt werden.
Das Magnetfeld zerstört bioelektronische Implantate (z.B. Insulinpumpen bei Diabetes, Innenohrprothesen), auch Metallteile aller Art, Magnetkarten oder elektronische Geräte dürfen nicht in den Untersuchungsraum gebracht werden, weil nicht nur sie selbst, sondern auch der Magnetresonanztomograph Schaden nehmen könnte.
Während der Untersuchung kann es zu Muskelzuckungen oder einer minimalen Erwärmung des Gewebes kommen. Diese Reaktionen sind unbedenklich.
Auch bei Kindern und Schwangeren im letzten Drittel lässt sich das Verfahren in der Regel gefahrlos anwenden, eventuell gelangen im letztgenannten Fall Geräte mit niedriger Feldstärke zum Einsatz.
Der Lärm im Gerät wird oft als unangenehm empfunden, doch Gehörschutzkapseln, Ohrstöpsel und Kopfhörer mit Musik schaffen Abhilfe.
Können im Gerät Engegefühl oder Angstzustände auftreten?
Nur wenige Menschen (ca. 1%) empfinden die Art der Untersuchung als bedrohlich, die Begleitung durch Angehörige oder Freunde erweist sich für sie als hilfreich. Verhalten sich die Begleitpersonen ruhig, wird der Untersuchungsablauf durch ihre Anwesenheit nicht beeinträchtigt. Während des gesamten Vorganges beobachtet das medizinische Personal die PatientInnen durch ein Fenster, auch Sprechverständigung ist jederzeit möglich. Über einen Alarmschalter können sich die PatientInnen zusätzlich bemerkbar machen. Bei Bedarf verabreichen wir ein angstlösendes Medikament - das Lenken eines Kraftfahrzeuges ist danach jedoch untersagt!